Da Vogelspinnen keine Haustiere sind wie Hamster oder Meerschweinchen sollte man es sich gut überlegen bevor man sich so ein Tier zulegt. Man kann diese Tiere nicht täglich in die Hand nehmen und mit ihnen schmusen, also erst jede Menge Input einholen bevor man sich eine Vogelspinne kauft. Vor allem sollte man sich keine Vogelspinne kaufen, nur um sie aus Lust an Gefahr oder dummer Angeberei zu besitzen. Die nachtaktiven Vogelspinnen sind im Allgemeinen genügsame und einfache Pfleglinge, die sie Tagsüber in ihrer Ruhe auch nicht unnötig stören sollten. Jede Beeinträchtigung ihrer Lebensweise ist für eine Vogelspinne mit Stress verbunden.

Als Terrarienbewohner sind viele Vogelspinnenarten auch wegen der geringen Ansprüche bezüglich der nötigen Terrariengröße gut geeignet. Sie gewähren uns Einblick in eine faszinierende andere Welt und räumen nebenbei viele Vorurteile gegen diese prächtigen Wesen aus. In Terrarien von Bodenbewohnern wird zur Aufrechterhaltung der nötigen Feuchtigkeit der Boden mit einer kleinen Gießkanne oder besser einem Zerstäuber gewässert. Feucht! nicht nass!)
Wichtig: Achten Sie darauf, dass Sie die Tiere nicht direkt ansprühen. Vogelspinnen reagieren sehr schreckhaft auf Wassernebel.

Verhalten Sie sich bei Pflegemaßnahmen im Terrarium eher energisch als übervorsichtig. Normalerweise zieht sich die Vogelspinne beim Öffnen der Scheibe und Hantieren im Terrarium sofort in ihren Unterschlupf zurück. Vorsicht ist aber auf jeden Fall angebracht.
Vor allem bei aggressiven Spinnen wie z.B. Theraposa blondi, sollte man dann doch ein bisschen vorsichtiger als bei einer braven Grammostola rosea sein.

Futter

Fleischlich, so ernährt sich die Vogelspinne, als Beute bevorzugt sie andere Wirbellose, wie zum Beispiel Heimchen, Grillen und Heuschrecken. Größere Vogelspinnen kann man sogar mit Mäusen füttern. Der Name Vogelspinne täuscht, da es in der Natur nur selten vorkommt, dass eine Vogelspinne einen Vogel frist. Voraussetzung ist, dass sich die Beutetiere bewegen und nicht zu groß sind. Die Beute wird außerhalb des Körpers vorverdaut, weil nur flüssige Nahrung aufgenommen werden kann.

Geeignete Futtertiere:

Das Angebot des Zoofachhandels an geeigneten Futtertieren ist mittlerweile so groß, das Sie ohne Probleme jederzeit die benötigten Tiere in verschiedenen Größen kaufen können. Grundsätzlich sollten sie nur lebende Tiere verfüttern, damit die Vogelspinnen auch im Terrarium ihrem Jagdinstinkt nachgehen können. Heimchen und Grillen sind ideale Standard-Futtertiere für alle Vogelspinnen. Mäuse sind von ihrem Nährstoffgehalt her die wertvollsten Futtertiere. Sie eignen sich als Beutetiere aber nur für erwachsene Weibchen größere Arten wie z.B. Grammostola, Pamphobeteus, Hysterocrates oder Chilobrachys.


Größe der Futtertiere:

Prinzipiell müssen die Futtertiere so bemessen sein, dass die Vogelspinnen sie ohne Probleme überwältigen kann. Als Richtwert gilt hier die Regel, dass Futtertiere auf keinen Fall größer sein sollten als der Vorderleib der zu fütternden Vogelspinne. Kleine Spinnen (Spiderlinge) werden je nach Körpergröße mit Fruchtfliegen oder entsprechend kleinen Heimchen gefüttert.

Gefährdung durch Futtertiere:

Besonders Heimchen und Grillen fressen die Vogelspinne während der Häutungsphase an. Da die Vogelspinnen infolgedessen ausbluten und sterben können, ist es besonders wichtig, nicht gefressene Futtertiere spätestens nach 2 Tagen wieder aus dem Terrarium zu entfernen. Es kann auch vorkommen, dass Mäuse beim Kampf ums Überleben einer Vogelspinne erhebliche Bißverletzungen beibringen. Verfüttern sie deshalb nur kleinere, noch nicht ausgewachsene Mäuse.

Wann Füttern?

Die Vogelspinne frisst nachts, wenn sie ihre Aktivitätsphase hat. Im Prinzip ist es egal, wann Sie die Futtertiere ins Terrarium setzen. Die Vogelspinne bedient sich in der Regel nach Bedarf.

Wie oft füttern?

Ausgewachsene Vogelspinnen bekommen einmal pro Woche 2 bis 3 Futtertiere vorgesetzt. Wenn sie Mäuse fressen, reicht 1 Futtertier pro Monat. Junge Spinnen werden alle 2 bis 3 Tage gefüttert. Sie müssen die Futtermenge steuern. Es gibt Arten, die alles fressen, was ihnen vor den Unterschlupf kommt. Über kurz oder lang bekommen die Tiere dadurch einen übergroßen Hinterleib- bei vereinzelten Arten wie Theraphosa leblondi beispielsweise bis zu Tennisballgroß, dessen Haut zum Zerreißen gespannt ist. Ein Sturz, selbst aus geringer Höhe, kann dann zum Aufplatzen des Hinterleibs und damit zum fast sicheren Tod der Vogelspinne führen.

Fress-Störungen

Vogelspinnen können ganz gut über einen längeren Zeitraum ohne Futter auskommen. Das heißt, sie verhungern auch dann nicht, wenn sie ein paar Wochen nicht gefüttert werden. Erwachsene, gut genährte Vogelspinnen können mehr als 1 Jahr! ohne Nahrung auskommen, verdursten jedoch bei trockener Luft und fehlendem Wasser binnen weniger Tage! Manche Arten legen sogar von sich aus jahreszeitlich bedingte mehrmonatige Fastenpausen ein und bringen so manchen Spinnenliebhaber zur Verzweiflung. Solange sie ihren gewohnten Tätigkeiten (vor allem sich ausgiebig putzen) nachgehen und bei Störungen ihr für die Art übliches Abwehrverhalten zeigen, besteht jedoch kein Grund zur Besorgnis. Ein Trinkschälchen mit frischem Wasser sollte aber niemals fehlen!

Vogelspinnen fressen nicht nur vor einer Häutung eine Zeit lang nichts (manchmal ein paar Monate) sondern brauchen auch nach der Häutung erst mal Zeit um wieder komplett auszuhärten (vor allem die Chelizerenklauen, also die Beißwerkzeuge). Bei sehr kleinen Spinnen dauert das normalerweise nur ein paar Tage und nach einer Woche fressen sie wieder. Bei großen Tieren ist es nicht ungewöhnlich, dass sie ein paar Wochen nichts fressen.

Auch Haltungsfehler können zu Fress-Störungen führen.

 

 

 

 

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